Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist das beste Team im Aarauerland?

von Tanja Lüscher

Eine Woche, zwei Gesichter: Wie wir erst im Energiesparmodus siegten und dann gegen alte Bekannte den Kürzeren zogen.

Derby-Woche! Das Wort allein verspricht Feuer, Leidenschaft, knisternde Spannung und Hallenböden, die vor Energie beben. Soweit die Theorie. Unsere Praxis letzte Woche sah etwas anders aus. Wir haben die volle Bandbreite der Volleyball-Gefühle abgedeckt – von "Huch, wir haben gewonnen?" bis zu "Wie ging das denn jetzt 0:3 aus?".

Donnerstag: Der Sieg im Schlafwagen-Modus

Am Donnerstag ging es gegen Schönenwerd. Ein 3:0-Sieg steht auf dem Papier. Das klingt souverän. Das klingt nach Dominanz. Wer aber in der Halle war, rieb sich verwundert die Augen – und das nicht nur, weil das Spiel so spät war.

Sagen wir es so: Wenn Volleyball ein Konzert sein soll, war dieses Spiel eher eine Lesung über die Geschichte der Buchhaltung. Uns fehlte der Elan, die Begeisterung, der Funke. Wir passten uns dem Tempo des Spiels an, und das war zeitweise so langsam, dass wir dachten, die Zeit läuft rückwärts.

Es war Standvolleyball vom Feinsten. Wir machten das Nötigste, Schönenwerd machte ein bisschen weniger, und am Ende gewannen wir 3:0. Ein klassischer "Arbeitssieg", bei dem man sich am Ende fragt: "Haben wir geschwitzt? Nicht wirklich. Haben wir drei Punkte? Ja. Okay, schnell duschen und vergessen." Manchmal muss man auch gewinnen, wenn man spielt wie ein Handy mit 5% Akku.

Samstag: Die Rache der Zelgli-Ritter

Am Samstag wartete dann ein anderes Kaliber: Zelgli. Da war doch was? Richtig, letzte Saison hatten wir sie im entscheidenden Spiel um den Ligasieg besiegt. Man konnte förmlich riechen, dass sie auf Rache aus waren.

Und das Ergebnis? Ein glattes 0:3 gegen uns. Autsch.

Aber – und das ist ein grosses Aber – das Ergebnis lügt (ein bisschen). Es war nicht so, dass wir chancenlos vom Platz gefegt wurden. Im Gegenteil, das Spiel war knapp, umkämpft und eng. Wir waren dran, wir spielten mit, wir hatten Chancen. Aber in den entscheidenden Momenten hatte Zelgli diesmal das glücklichere Händchen (oder die stählerne Faust der Vergeltung).

Während wir am Donnerstag ohne Glanz gewannen, verloren wir am Samstag mit Anstand. Zelgli hat die Rechnung vom letzten Jahr beglichen, und wir mussten lernen: Der Ligasieger-Titel vom Vorjahr hilft dir nicht, wenn der Gegner im "Jetzt" jeden Ball zurückbringt.

Fazit der Woche

Drei Punkte aus zwei Spielen. Eine Bilanz, mit der man leben kann, auch wenn die B-Note am Donnerstag mangelhaft und das Ergebnis am Samstag schmerzhaft war. Wir haben gelernt: Wir können auch gewinnen, wenn wir fast einschlafen, und wir können verlieren, auch wenn wir kämpfen.

Nächste Woche versuchen wir dann mal die Kombination aus "Wach sein" und "Gewinnen". Das wäre doch mal ein Plan!